Kaum Einer blieb verschont

von Günther Ruisinger (Kommentare: 0)

Beste Stimmung beim schon traditionellen Starkbierfest des FC Illdorf. Trotz des Ausfalls des bisherigen Protagonisten der Veranstaltung, Rudi Meßmer, ist es den Clubverantwortlichen gelungen, mit Sepp Tyroller einen adäquaten und erstklassigen Vertreter zu engagieren.

Von Beginn an sorgte die Illdorfer „Stark-Bier-Blosn“ Uli und Friends für zünftige und fetzige Stimmungsmusik. Vorstand Christian Meier begrüßte dann zum offiziellen Start der Veranstaltung die Burgheimer Polit-Prominenz, angeführt von Bürgermeister Michael Böhm, 3. Bürgermeister Andreas Flath und Gemeinderat Franz Hofgärtner. Sein spezieller Dank ging an die zahlreichen Helfer des FC Illdorf,  die die kulinarische Verpflegung und Bedienung der Gäste nicht möglich wäre. Apropos Gäste. Die füllten das Vereinsheim des FCI bis auf den letzten Platz, inklusive der Stehplätze an der Theke.

Danach hieß es Bühne frei für den Hauptdarsteller des Abends: Sepp Tyroller. Der ließ es sich nicht nehmen, erstmal dem Laurentius für das gleichnamige Bier zu danken und auf die Illdorfer Spezialität, den bayrischen Tequila (Willi mit Lyoner, Zwiebel und Pfeffer) hinzuweisen. Er  verstand es glänzend, gewandet in der traditionellen Tracht eines Hochzeitsladers, das Publikum jede Sekunde in seine Vorträge mit einzubeziehen. Und kaum einer blieb von seinen Moritaten und schelmischer Betrachtung verschont. Es war ein „Derblecken“ ganz anderer Art. Aber die Gäste hatten – der steigenden Stimmung nach zu schließen – ihren absoluten Spaß daran. Und mit derb, deftigem Witz über die unterschiedlichen Dialekt-Auslegungen Österreich/Bayern spannte er den Bogen zu seinen Lieblingsthemen des Abends. Vergleiche Alter zur Jugend und angesichts der Bekleidungsordnung Bayern vs. „Preißn“. Da die überwiegende Zahl der Gäste in Dirndl und Lederhose erschienen war, hatte er schnell die Lacher auf seiner Seite, was das Outfit der Nordlichter im Unterschied ausmacht. Und siehe da, es gab tatsächlich „Südschweden“ unter den Besuchern. Und die bekamen im Verlauf des Abends dann jeweils mehr oder minder dezent, „ihr Fett weg“.

Zwei stattliche Landwirte aus dem Ort hatten es dem Prokurator besonders angetan. Der Dol- und der Hau-Bauer. Und aus dem Stegreif wurden schnell noch die Polit-Prominenz und die Presse mit eingebunden.  Zur Eröffnung des „Bummerl-Stalles“ schickte die Zeitung nur den Lehrbuben. Es gab ein einziges Foto, das den Bürgermeister umringt von Bullen zeigte. Nach langer Diskussion der Redaktion wurde getitelt:  „Bürgermeister 3. Von links“.  Doch das war nur die Overtüre eines wiederkehrenden Vergleichs der Groß-Bauern, wer ist der Beste, Größte und Schönste im Land. Sehr zur Freude der Anwesenden. Und die beiden Landwirte standen schlagfertig Rede und Antwort. Den Lacher hatte auf jeden Fall der Dol-Bauer auf seiner Seite, als er kurz und knapp äußerte, er sei wohl „der Scheenere“. Tyroller darauf gewitzt, zwei Worte allein reichen da wohl nicht – und man sehe ja seine Parteizugehörigkeit am roten Gesicht. Seinen Spruch, „SPD, super und fix, dran ois, aba kemma duad nix“ sollte er nicht wörtlich nehmen. Denn sofort aufmunternde Worte, die nächste Wahl ist ja erst in ein paar Jahren. Und spontan sein Einfall, nebenan, das Mädel in der gelben Bluse ist wohl in der liberalen Partei – ein Appell an ihn - die sind ja „gor nimma dabei“.

Auserkorener Liebling des Abends war aber die bildhübsche Verena F., seine Marina des Abends, die er immer wieder in seine lustigen Anekdoten einbezog wie auch den Illdorfer Ober-Casanova Marcel im Vergleich zu den alten Kriegern, namentlich Hans. Mit Vergleichen über die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Jugend von heute zu der vor 50 Jahren hatte er Alt und Jung als Lacher auf seiner Seite. Was heute Handy, war früher halt das Bankerl im Hof. Und so jagte ein scherzhafter Vergleich den Nächsten. Sehr zum Amüsement des begeisterten Publikums. Die in jeder Phase der Veranstaltung gewahr sein mussten, nicht das nächste Opfer der Ironie des Tyroller Sepp’s zu werden.

Der parodierte dann, welch Wunder, Verena-Marina stand wieder im Vordergrund, extrem gekonnt und pointiert Willy Astors geographisch inspirierte Verführung nach dessen Wortspielen Städte- und Ländernamen. Tosender Beifall für seine Geographiestunde ohne Navi-Hilfe. Und dabei hatte er da nur im Krone-Center in Schrobenhausen, in der Schlafzimmerabteilung von Marina geträumt. A Busserl war ihm aber gewährt.

Dieses Stück "Gräuchertes" galt es zu schätzen.

Bei der abschließenden Gstanzl-Runde blieb dann keiner mehr ungeschoren. Einen jungen Mann mit Mütze schaute er an - sollte sich vor den alten Kriegern in Acht nehmen, dass sie ihn nicht verwechseln mit Taliban. Auch die graue Eminenz des FCI, Lorenz Meier wurde mit spöttischen Worten bedacht. Dem Dol- und dem Hau-Bauer, extra noch einen übergebraten. Den Bürgermeister-Frauen tolle Ratschläge erteilt, wenn Mann zu viele Sitzungen mit Anderen teilt.

Den größten Applaus erntete der Tyroller Sepp damit, auf seine Gage zu verzichten.  Die Zugabe-Rufe wollten nicht enden. Da wäre dann fast die Preisverleihung für das „Geräucherte-Schätzen“ unter gegangen.  Und wieder stellte sich heraus, Bauern können nicht nur lustig sein, haben scheinbar immer das Wesentliche im Auge. Kein Wunder also, dass der Dol-Bauer bis auf  53 Gramm das Stück Schinken gewichtsmassig am besten im Auge hatte.

Die Stimmung auf jeden Fall bestens. Und Illdorf feierte bis weit nach Ende des offiziellen Teils weiter. Und wer weis, vielleicht haben sich ja etliche Jugendliche Rat bei den alten Kriegern geholt.

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